Der Mensch ist was er isst.

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Ludwig Feuerbach, in den Jahren 1835-36 Professor an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg gilt als einer der Begründer des Materialismus. Seine Philosophie war nicht nur politisch einflussreich, seine Polemiken gegen Theologie und idealistische Philosophie öffneten den Raum für naturwissenschaftliche Forschung. Er sah Naturwissenschaft als ein Instrument Freiheit von religiösen und herrschaftlichen Systemen zu erringen. In seiner Schrift, “Die Naturwissenschaften und die Revolution”, geschrieben 1850 (nach dem Ende der Märzrevolution), entwickelte er eine politische Anthropologie. Der Text kulminiert in der Aussage auf der letzten Seite: “Der Mensch ist was er isst.” (sic!)

Das Mosaik auf dem „Zierbalkon“ in der ersten Etage in der Mensa Süd der Friedrich-Alexander-Universität nimmt diesen Text zum Ausgangspunkt und Anlass. Architektonisch verlangt der Balkon der Mensa Träger einer Wandarbeit zu sein, so dass man ihn beinahe als „klassischen“ Ort bezeichnen muss. Dadurch steht das Mosaik von Thomas Eller mit einem thematischen Bezug zu Naturwissenschaft und Technik in ironischer Weise in einer Tradition mit den staatstragenden Lösungen eines Walter Womacka am Haus des Lehrers am Berliner Alexanderplatz, oder aber auch den epischen Bilderzählungen des José Clemente Orozco am Dartmouth College in New Hampshire, die Bildwelten und Weltbilder des 19ten Jahrhunderts repräsentieren.

Diese Referenzen bilden aus heutiger Sicht eine künstlerische Gefahr, denn diese alten Formen von Bildnarration sind so analog und metaphysisch, dass sie den Komplexität zeitgenössischer wissenschaftlicher, technischer und künstlerischer Entwicklungen und Möglichkeiten nicht mehr gerecht werden. Unsere Lebensbereiche sind inzwischen durch und durch digitalisiert. Forschung und Kommunikation sind nur noch möglich, indem sinnliche Wahrnehmungen und technische Prozesse digitalisiert werden: Materie und Information sind in ein neues Stadium gegenseitiger Interdependenzen eingetreten. Spätestens die Ausstellung „Les Immateriaux“ von J.F. Lyotard im Centré Georges Pompidou, 1985 hat dies klargestellt. Insofern ist auch künstlerische Text- und Bildproduktion ohne digitale Vermittlung kaum noch möglich. Und angesichts der Diskussion um informationell veränderte Lebensmittel (Genfood) nimmt der Satz von Feuerbach, „Der Mensch ist was er isst“ eine komplett neue Bedeutung an.

Um diesen Verhältnissen eine adäquate Form zu geben, wird eine der traditionellsten Bildtechniken, das Mosaik, umgedeutet. Jeder verlegte Stein nimmt die Form eines Informationsträgers an und ist nicht, wie beim gepixelten Computerbild Träger für eine bildsinnliche Seherfahrung, die binär kodiert ist, sondern wird Teil eines zweidimensionalen Codes, der als QR-Code bekannt und weit verbreitet ist. Von der japanischen Firma Denso in den Jahren 1994 bis 2000 entwickelt, enthält der quadratische Code bis zu 177 x 177 Elemente, mit deren Hilfe 2953 Byte (4296 alphanumerische Zeichen) gespeichert werden können.

Im Falle der Mensa Süd wurden Codes erzeugt, die 137 x 137 Elemente beinhalten. Mittels chromatisch variierender, heller und dunkler Mosaiksteine im Format 1 x 1 cm werden die QR-Codes in ein „traditionelles“ Mosaik umgearbeitet. Die 21 Code-Tags, die auf der 32,5 Meter breiten und 150 cm hohen Brüstung des „Zierbalkons“ Platz finden, lässt sich der gesamte Text von Ludwig Feuerbachs oben erwähnten Essays kodieren und in der Mensa Süd als Bild-, Text, und Informationsrätsel installieren. Der komplette Text von Feuerbach findet also in den Mosaiken in der Mensa Platz, ob sich die Mosaike mittels eines QR-Readers im Handy tatsächlich auslesen lassen, hängt sehr  von den jeweiligen Lichtverhältnissen, Blickwinkeln und verwendeten Geräten ab. Information wird so wieder zu einem sinnlich erfahrbaren ästhetischen Ereignis, das sich in einem der ältesten Bildmedien, das wir kennen, manifestiert.

MOSAIK:
Verwendet wurden venezianische (durchgefärbte) Mosaiksteine im Format 1 x 1 cm. Insgesamt 21 Felder à 137 x 137 Mosaiksteine, also 394.149 Mosaiksteine. Das Mosaik wiegt insgesamt 525 kg.

Hersteller: Bisazza (http://www.bisazza.com)
Mosaikkünstler: Valerio Lenarduzzi (http://www.lenarduzzi-mosaic.com)

© Thomas Eller, 2011
www.thomaseller.com